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Wann muss ich neu besaiten lassen?

Die alte Faustregel ist noch immer die brauchbarste: so oft im Jahr, wie Sie pro Woche spielen. Wer zweimal pro Woche auf dem Platz steht, besaitet also etwa zweimal im Jahr, unabhängig davon, ob die Saite noch hält. Eine Saite stirbt am Spannungsverlust, nicht am Riss.

Lesezeit
6 Minuten
Thema
Saitenwechsel
Von
TopSpinWerk

Kurz gesagt

  • Faustregel: so oft im Jahr neu besaiten, wie Sie pro Woche spielen.
  • Eine Saite verliert Spannung von der ersten Stunde an, am stärksten in den ersten Stunden und Tagen nach der Bespannung.
  • Tot heißt: der Ball fliegt weiter, das Gefühl für die Richtung fehlt, die Saiten verrutschen und springen nicht mehr zurück.
  • Wer bis zum Riss wartet, spielt die längste Zeit mit einer Bespannung, die nichts mehr kann.

Die Faustregel und was sie taugt

So oft im Jahr, wie Sie pro Woche spielen: zweimal pro Woche heißt zweimal im Jahr, viermal pro Woche heißt viermal im Jahr. Die Regel ist grob, aber sie liegt für die meisten Freizeitspieler näher an der Wahrheit als das Gefühl, es gehe schon noch.

Sie hat zwei Grenzen. Nach oben: wer täglich und hart spielt, kommt mit der Rechnung nicht hin und merkt es selbst. Nach unten: wer den Schläger ein halbes Jahr nicht anfasst, hat trotzdem eine ältere Bespannung, weil die Spannung auch im Schrank nachlässt.

Wer länger nicht gespielt hat, schaut deshalb nicht auf die Spielstunden, sondern auf das Datum der letzten Bespannung.

  • Einmal pro Woche

    Etwa einmal im Jahr. Für viele Freizeitspieler die realistische Zahl.

  • Zwei- bis dreimal pro Woche

    Zwei- bis dreimal im Jahr. Hier wird der Unterschied zwischen frisch und tot deutlich spürbar.

  • Fast täglich

    Nach Zustand und Gefühl, nicht nach der Formel. Polyester verliert dabei schneller, als die meisten erwarten.

  • Vor Turnier oder Saisonstart

    Vorher besaiten, aber nicht am Vorabend. Eine frische Bespannung braucht ein paar Bälle, bis sie sich gesetzt hat.

Warum eine Saite ohne Riss tot ist

Jede Saite lässt nach dem Spannen nach, und zwar sofort. Den größten Teil ihrer Spannung verliert sie in den ersten Stunden und Tagen nach der Bespannung, danach geht es langsamer weiter. Deshalb fühlt sich ein Schläger am Tag nach dem Bespannen anders an als direkt von der Maschine.

Dazu kommt die Ermüdung durch das Spiel. Bei jedem Treffer wird das Saitenbett verformt, und die Saite arbeitet gegen sich selbst. Sie wird nicht nur lockerer, sie verliert auch Elastizität - sie federt weniger zurück und schiebt den Ball unkontrollierter.

Am Ende steht eine Bespannung, die hält, aber weder die Länge noch die Richtung gibt, für die Sie bezahlt haben. Das ist mit tot gemeint, und es passiert lange vor dem Riss.

Woran Sie es im Spiel merken

Der erste Hinweis ist fast immer die Länge. Bälle, die immer im Feld landeten, gehen plötzlich hinter die Grundlinie, obwohl sich der Schlag richtig anfühlt. Die Saite gibt zu viel nach und schiebt zu lange.

Der zweite ist das Gefühl. Der Treffpunkt wird stumpf, Sie hören ein dumpfes Klacken statt eines klaren Tons, und Sie spüren nicht mehr, wo der Ball auf dem Saitenbett war. Beim Stoppball und beim Volley fällt das zuerst auf.

Der dritte ist der Drall. Wenn die Saiten nach dem Schlag verschoben liegen bleiben, statt von selbst in ihr Gitter zurückzuspringen, greifen sie den Ball nicht mehr richtig.

  • Zu viel Länge

    Bälle fliegen über die Grundlinie, obwohl Sie an Ihrem Schlag nichts geändert haben.

  • Stumpfes Gefühl

    Dumpfer Ton, kein klarer Treffpunkt, weniger Rückmeldung bei Stopp und Volley.

  • Saiten bleiben verschoben

    Sie richten das Gitter nach jedem Ballwechsel mit der Hand. Die Saite springt nicht mehr zurück.

  • Kerben und Ausfransungen

    Sichtbare Einschnitte an den Kreuzungspunkten, aufgeraute oder flach gedrückte Stellen in der Mitte.

Woran Sie es am Schläger sehen

Schauen Sie sich die Mitte des Saitenbetts an, dort, wo Sie treffen. An den Kreuzungspunkten arbeiten Längs- und Quersaite gegeneinander und schneiden Kerben ineinander. Tiefe Kerben heißen: diese Bespannung ist am Ende, auch wenn sie noch hält.

Bei Polyester sieht man zusätzlich, dass die Saite in der Mitte abgeflacht und matt wird. Bei Multifilament und Naturdarm franst die Umwicklung auf und einzelne Fasern stehen ab. Welche Saite sich wie verabschiedet, steht unter /ratgeber/saitenarten.

Ein Zeichen wird oft übersehen: drücken Sie das Saitenbett mit dem Daumen ein. Gibt es deutlich weicher nach als in Ihrer Erinnerung vom Bespannungstag, ist die Spannung weg. Das ist keine Messung, aber es genügt als Anlass.

Warum das Warten auf den Riss die teuerste Regel ist

Wer bis zum Riss wartet, holt aus der Saite ihre ganze Lebensdauer heraus - nur war die Hälfte davon wertlos. Sie haben die Wochen, in denen die Bespannung gut war, nicht besser genutzt, sondern nur die Wochen danach mitgespielt.

Der zweite Preis steht auf keiner Rechnung: eine tote Saite verlangt mehr vom Arm. Sie dämpft schlechter, und man schlägt unbewusst härter, um die fehlende Länge auszugleichen. Das ist einer der Wege, auf denen ein Tennisarm entsteht.

Der dritte ist der Ärger. Saiten reißen selten im Aufwärmen und oft im dritten Satz, und der zweite Schläger liegt dann zu Hause.

Was die Haltbarkeit beeinflusst

Wie lange eine Bespannung trägt, hängt nicht nur an den Spielstunden. Material, Saitenstärke, Härte und Muster reden alle mit, und deshalb lässt sich keine Zahl versprechen.

Dünne Saiten geben mehr Drall und gehen früher kaputt als dicke. Ein offenes Muster lässt die Saiten stärker arbeiten als ein dichtes. Härter gespannt heißt weniger Bewegung, aber mehr Belastung an den Kreuzungspunkten. Kälte macht jede Saite spröder, und Hitze im Auto ruiniert auch eine neue Bespannung.

Wenn Sie Ihr eigenes Intervall wissen wollen, hilft nur mitschreiben: Datum der Bespannung, Saite, Härte, und wann es sich schlecht angefühlt hat. Nach zwei, drei Durchgängen kennen Sie es besser als jede Faustregel.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich neu besaiten lassen?+

So oft im Jahr, wie Sie pro Woche spielen. Wer zweimal in der Woche spielt, liegt mit zwei Bespannungen im Jahr richtig. Wer mehr spielt oder zu Turnieren fährt, geht nach Zustand statt nach Formel.

Muss ich besaiten, wenn nichts gerissen ist?+

Ja, sonst spielen Sie mit einer Bespannung, die ihre Spannung längst verloren hat. Eine Saite stirbt an Spannungsverlust und Ermüdung, nicht am Riss. Der Riss ist nur das Ende einer Zeit, die vorher schon vorbei war.

Wie lange hält eine Bespannung im Schrank?+

Auch ohne Spiel lässt die Spannung nach, nur langsamer. Nach einer längeren Pause zählt deshalb das Datum der letzten Bespannung, nicht die Zahl der Spielstunden. Ein Schläger, der zwei Jahre gestanden hat, spielt nicht wie ein frisch bespannter.

Woran merke ich, dass die Saite tot ist?+

An drei Dingen: die Bälle fliegen zu weit, der Treffpunkt fühlt sich stumpf an, und die Saiten bleiben nach dem Schlag verschoben liegen. Kommen tiefe Kerben an den Kreuzungspunkten dazu, ist die Sache klar.

Bringt es etwas, nur die gerissene Saite zu ersetzen?+

Nein. Eine einzelne frische Saite in einem weich gewordenen Saitenbett ergibt ein ungleichmäßiges Bett und hält selten lange. Bespannt wird immer komplett.

Ich spiele nur im Sommer. Was heißt die Regel für mich?+

Rechnen Sie mit den Wochen, in denen Sie wirklich spielen, und besaiten Sie vor dem Saisonstart statt danach. Wer von Mai bis September zweimal pro Woche spielt, fährt mit einer Bespannung im Frühjahr und einer zur Saisonmitte gut.

Und wo wir ins Spiel kommen

TopSpinWerk besaitet von Hand, und zu jedem Schläger wird notiert, welche Saite mit welcher Härte drauf ist - damit beim nächsten Mal niemand raten muss, wann und womit zuletzt bespannt wurde. Christian ist ERSA-zertifiziert und arbeitet in Pfarrkirchen, in der Regel ist der Schläger innerhalb von 48 Stunden fertig, und Sie können ihn vorbeibringen oder einschicken. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Bespannung noch taugt, bringen Sie den Schläger mit: am Saitenbett sieht man das schneller, als man es am Telefon beschreiben kann.

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Gebaut vonElias Conrad